Gippingens junge Fahrerinnen und Fahrer greifen wieder an
- 23. Mai
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Aktualisiert: vor 6 Tagen

Der Veloclub Gippingen hatte vor Jahrzehnten eine starke Nachwuchsabteilung. Zum Verein gehörte damals eine «Radsportschule».
August Widmer
Nachdem der Nachwuchsbereich lange Zeit brachgelegen ist, kümmert sich mit Matthias Hauser nun wieder ein motivierter Mann aus den Vereinsreihen um den Gippinger Radsport- Nachwuchs.
Mit seinen Söhnen Nils und Mats ist Matthias Hauser, der in Gippingen aufgewachsen ist, nun in Klingnau wohnt, seit letzter Saison regelmässig an den Schülerrennen anzutreffen. Standen die Nachwuchsfahrer aus den Reihen des VC Gippingen in letzter Saison regelmässig am Start der Brugger Abendrennen, fahren sie nun auch bei überregionalen Rennen mit. So ging es im letzten April-Wochenende nach Genf, wo der 12-jährige Nils in Lancy auf den sechsten Rang fuhr. Dem 43-jährigen Vater geht es nicht nur darum, sich für seine Söhne zu engagieren. «Ich möchte wieder etwas für den Nachwuchs im VC Gippingen tun. Wir können nicht nur als Veranstalter auftreten, sondern sollten auch auf sportlicher Ebene im Radsport dabei sein», sagt Matthias Hauser. So arbeitet er nicht nur im Organisationskomitee der Radsporttage mit, sondern setzt sich auch für den Nachwuchs ein: «Ich möchte, dass der VC Gippingen wieder an den Radrennen mit aktiven Fahrerinnen und Fahrern antritt.» So will Matthias Hauser um seine Söhne ein Team von Nachwuchsfahrern aufbauen. Der neue Leiter der Nachwuchsabteilung sprüht von Ideen. So werden die Nachwuchsfahrer an den Radsporttagen in eigens für sie geschaffenen Trikots antreten. Und auch, dass der Nachwuchs vor dem «GP Gippingen» seine Rennen austrägt, ist eine seiner Ideen: «Die neue Bekleidung kommt leider erst wenige Tage vor den Radsporttagen. Deshalb können wir uns vorher noch nicht darin präsentieren. Auf die Radsporttage ist das neue Outfit aber da. Schön und für den Nachwuchs motivierend ist auch, dass die Schülerrennen und auch deren Preisverteilung am Sonntagmorgen vor dem Profirennen stattfinden. So haben die Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer die Möglichkeit, ihre Idole direkt zu erleben.»

Auch Präsident der Vereinigung der Radsportschulen
Mit der Amazone Aline Kauffmann hat Hauser nicht viel zu tun, obwohl sie auch zur Nachwuchsabteilung gehört. Er schaut, dass die derzeit einzige Fahrerin innerhalb des VC Gippingen ihren Platz findet: Sie kann diese Saison noch bei den Juniorinnen und Anfängerinnen mitfahren. Aline, die letztes Jahr einige Siege errang, fährt weiter vorne mit. So wurde sie am Genfer Wochenende Vierte in Lancy und Fünfte am GP Lignon.» Da Aline Kauffmann ihren eigenen Trainer hat, hat er mit ihr nicht viel zu tun. Ihm ist es nicht nur ein Anliegen, dass wieder etliche junge Menschen in Gippingen zum Radsport finden. Vielmehr soll dies in der möglichst ganzen Deutschschweiz passieren. Deshalb hat sich Matthias Hauser im Dezember an der Generalversammlung der Vereinigung der Schweizerischen Radsportschulen als Präsident zur Verfügung gestellt und damit geholfen, dass diese Vereinigung besteht. Insgesamt zwölf Läufe zählen zur diesjährigen Schülermeisterschaft der Radsportvereinigung. Stark waren in den letzten Jahren die Vereinigungen aus dem Fricktal. So gewann die Radsportschule Sulz-Gansingen mehrmals die Jahreswertung. Auch für den Gippinger Nachwuchs sollen aus der Vereinigung und deren Wettkämpfen neue Impulse kommen. Einzelne dieser Wettbewerbe kreuzen sich mit den von Swiss Cycling ins Leben gerufenen «Swiss Road Series»-Prüfungen. Matthias Hauser sieht diese vom Verband durchgeführten Prüfungen nicht als Konkurrenz zu den Rennen der Vereinigungen der Radsportschulen. Gleichwohl sind er und auch viele andere Personen, die sich in den letzten Jahren in der Vereinigung stark um die Nachwuchsarbeit kümmerten, überrascht, dass sich Swiss Cycling nun plötzlich einmischt: «Während vieler Jahre hat man die Nachwuchsarbeit der Vereinigung der Radsportschulen überlassen. Jetzt will der Verband da mehr tun. Ist ja nicht schlecht. Allerdings bietet der Verband in erster Linie Rennen auf kurzen Strecken an. So war der Rundkurs in Gippingen für diese Rennserie zu lang, weshalb wir nicht mitmachen.» Auch nicht ganz verstanden wird, wieso der Verband im Rahmen dieser Serie sogar kurze Rennen für die 15- und 16-jährigen Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer, die sogenannten Anfänger U-17, anbietet. «Wie man in den Profirennen an der Tour de Romandie oder an der Flêche Wallone gesehen hat, werden die Spitzenfahrer immer jünger. Mitunter sind es nicht einmal 20-Jährige, die ganz vorne mitfahren. Da müssten doch die Jüngsten schon über längere Distanzen fahren. Deshalb finde ich den von der Radsportschulvereinigung eingeschlagenen Weg nach wie vor richtig und wichtig.» Genau deswegen gibt es im Rahmen der Radsporttage Gippingen Rennen für die Schüler am Sonntagmorgen und für die Anfänger U-17 am Freitagabend.

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