top of page

«Die Arbeit beginnt lange vor dem Startschuss»

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Minuten

Wenn andernorts die Velos langsam wieder verstaut werden, beginnt für Stefan Schenkel die Saison erst richtig. Ende Oktober startet jene Phase, in der sich entscheidet, wer Monate später in Gippingen am Start steht. Als Verantwortlicher für den GP Gippingen gibt er Einblicke in eine Arbeit, die meist im Verborgenen passiert – und doch entscheidend ist.


Nando Erne



Seit der ersten Austragung des GP Gippingen sind unzählige Radprofis an der Startlinie gestanden und haben sich dem anspruchsvollen Rundkurs gestellt. Damals war das nur mit guten Beziehungen zu den Fahrern möglich. Entsprechend kursieren bis heute zahlreiche Geschichten rund um die Fahrerverpflichtungen – von spontanen Zusagen grosser Stars bis hin zu Bargeldauszahlungen an einzelne Fahrer direkt auf den Festbänken. Heute ist vieles anders. Wie der Radsport selbst hat sich auch die Fahrerverpflichtung stark professionalisiert. Entscheidungen fallen nicht mehr spontan, sondern sind das Resultat klarer Prozesse. Teammanager planen langfristig, prüfen genau, ob ein Rennen ins sportliche Konzept passt und welches Fahrerprofil gefragt ist. Und erst kurz vor dem Start steht fest, wer tatsächlich für ein Team an den Start geht.


Bereits seit 2022 ist Stefan Schenkel für das Profirennen und damit die Verpflichtungen der Teams und Fahrer zuständig. Seine Arbeit beginnt dabei bereits im Oktober des Vorjahres. Dann startet für ihn die entscheidende Phase. Denn: Die Teams planen früh, die Plätze im Rennkalender sind begehrt. Wer zu spät kommt, spielt keine Rolle mehr.


Ein Team nach Gippingen zu holen, ist dabei weit mehr als eine einfache Einladung. Es geht um ein Gesamtpaket: sportliche Planung, Logistik oder Budget. Gerade World- Teams setzen klare Prioritäten, während ProTeams gezielt nach Chancen suchen. «Gippingen konkurrenziert mit starken Rennen, etwa der Tour Auvergne-Rhône-Alpes (ehemals Critérium du Dauphiné) oder einem WorldTour-Rennen in Kopenhagen», weiss Stefan Schenkel. In diesem Umfeld müsse sich ein Radrennen wie Gippingen behaupten.


Viele Herausforderungen – aber auch einige Trümpfe

Der GP Gippingen ist bekannt für seine sichere und schöne Strecke. Eine abgesperrte, gut gesicherte und ausgebaute Strecke ist nicht in jedem Rennen selbstverständlich. Auch die gute Infrastruktur und Hotels in unmittelbarer Nähe zum Renngeschehen sind grosse Pluspunkte für Teams. So sehr die Teams den Standort schätzen, so sehr kann er aber auch zum Nachteil werden. «Gippingen liegt bekanntermassen in der Schweiz, welches kein EU-Land ist», sagt Stefan Schenkel. Für viele Teams bedeutet ein Einsatz in der Schweiz zusätzlichen Aufwand insbesondere bei den Zollformalitäten. Dies führt immer wieder dazu, dass sich Teams gegen einen Start in Gippingen entscheiden.


Umso wichtiger ist das Netzwerk. Stefan Schenkel arbeitet eng mit Cyclingservice zusammen, einem international tätigen Partner, der auch bei grossen Rennen wie der Tour de Suisse oder der Flandern-Rundfahrt involviert ist. Diese Zusammenarbeit öffnet Türen, schafft Vertrauen und bringt Gippingen überhaupt erst auf den Radar vieler Teams. Gleichzeitig bleibt viel direkte Überzeugungsarbeit – Gespräch um Gespräch.



Klarer Anspruch an das Fahrerfeld

Stefan Schenkels Anspruch ist klar: ein Feld mit Substanz. World- und ProTeams sollen den Ton angeben, ergänzt durch ambitionierte Continental- Teams. Dass diese Strategie greift, zeigt sich auch in diesem Jahr: Wieder stehen mehrere WorldTeams und ProTeams am Start. Ein Zeichen dafür, dass sich die Arbeit im Hintergrund auszahlt. Dieses starke Fahrerfeld ist kein Zufall. Es ist das Resultat von Timing, Hartnäckigkeit und vielen kleinen Entscheidungen, die lange vor dem Startschuss getroffen werden. Nur so gelingt es auch in Zukunft, die internationale Radsportelite nach Gippingen zu bringen.


Nur ein wirklicher Wunsch

Radstars wie Tadej PogaČar, Remco Evenepoel, Wout van Aert oder Mathieu van der Poel nach Gippingen zu bringen, bleibt wohl ein Wunsch, dessen ist sich Stefan Schenkel bewusst. Dafür ist Gippingen im internationalen Radkalender zu klein. Er will den GP Gippingen aber dennoch weiterentwickeln und jedes Jahr ein konkurrenzfähiges Feld präsentieren. Sein wichtigstes Ziel ist aber ein ganz anderes: ein Rennen, das ohne Unfälle über die Bühne geht.



Zur Person

Stefan Schenkel (geboren 28. Mai 1970) lebt mit seiner Familie in Windisch. Als ehemaliger Elite-Mountainbiker stand er selbst in Gippingen am Start. Seit über 20 Jahren ist er in verschiedenen Funktionen Teil der Radsporttage Gippingen – seit 2023 ist er für das Profirennen zuständig. Als ausgebildeter Bankkaufmann ist er heute Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Aarau-Lenzburg. Seine Freizeit verbringt er nach wie vor gerne auf dem Velo.

 
 
 

Kommentare


Hauptsponsor

Sponsoren-Radsporttage-Gippingen-Goenner-Club.png

Topsponsoren

Sponsoren-Radsporttage-Gippingen-Birchmeier.png
Sponsoren-Radsporttage-Gippingen-Raiffeisen.png
Sponsoren-Radsporttage-Gippingen-Swisslos.png

Medienpartner

Sponsoren-Radsporttage-Gippingen-Aargauer-Zeitung.png

Rennpatronate

Sponsoren-Radsporttage-Gippingen-Feldschloesschen.png
Rennpatronat-Radsporttage-Gippingen-Syngenta.png

Partner

Partnerschaft-Radsporttage-Gippingen-UCI.png
Partnerschaft-Radsporttage-Gippingen-Zurzibiet.png
Partnerschaft-Radsporttage-Gippingen-Aargauer-Top-Sport.png
Radsporttage-Gippingen-Schweizer-Armee.png

Radsporttage Gippingen GmbH
Stauseestrasse 25
5316 Leuggern


office@gippingen.ch

© 2026

Radsporttage-Gippingen-Logo-weiss.png
bottom of page